Das Digitale Gedenkbuch der Stadt Graz

MEMOR ist ein digitales Denkmal, das sich der Dokumentation und Visualisierung der Grazer NS-Opfer widmet.

Franz Kreuzer

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Biografie

Franz Kreuzer: geboren 22.4.1918 in Graz, gestorben 8.6.1943 in Brandenburg. Der im sozialdemokratischen Milieu aufgewachsene Franz Kreuzer arbeitete in Graz bis zu seiner Einberufung 1939 als Hilfsarbeiter im Steyr-Daimler-Puch-Werk. Bereits am 26. Juni 1939 wurde er erstmals wegen Gehorsamsverweigerung vom Gericht des Kommandeurs der Ersatztruppe XVIII zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Mit Kriegsbeginn wurde ihm am 1. September 1939 die Reststrafe erlassen. Doch schon am 29. März 1940 stand er erneut wegen Gehorsamsverweigerung vor dem Feldgericht der 2. Gebirgsdivision, das ihn diesmal zu drei Jahren Gefängnis verurteilte. Noch vor Ablauf der Haftzeit musste er an die Front, wo er am Arm verwundet wurde, weshalb er sich weigerte, Munitionskisten zu schleppen. Dies wurde ihm als „Zersetzung der Wehrkraft und Feigheit vor dem Feind“ ausgelegt und von seinem Vorgesetzten angezeigt. Am 28. Juli 1942 wurde er deshalb zu zehn Jahren Kerker verurteilt. Das Urteil wurde jedoch aufgehoben und am 15. Oktober 1942 erneut vom Gericht der 188. Division in Graz verhandelt. Ein Gutachten bescheinigt ihm – auch um ein Todesurteil abzuwenden – eine „schwer entartete Erbanlage“, weshalb der „Angeklagte für den Militärdienst für unbrauchbar zu bezeichnen“ sei. Daraufhin wurde er zu 12 Jahren Kerker verurteilt. Das Urteil wurde erneut aufgehoben und in Berlin neu verhandelt. Das Gericht der Wehrmachtskommandantur Berlin verurteilte ihn am 8. Mai 1943 schließlich zum Tode. Am 8. Juni 1943 wurde Kreuzer in Brandenburg-Görden hingerichtet.

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