Franz Öhler
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Biografie
Franz Öhler: geboren 15.7.1887 in Graz, gestorben 4.5.1945 im KZ Buchenwald. Der Mitbesitzer des Kaufhauses Kastner&Öhler trat 1907 aus der Israelitischen Kultusgemeinde aus und ließ sich evangelisch taufen. Anlässlich des „Anschlusses“ 1938 floh er nach Zagreb und übernahm dort die Filiale des Kaufhauses. Zudem nahm er die jugoslawische Staatsbürgerschaft an. Im Sommer 1940 fuhr er nach Istanbul, wo er den aus Graz stammenden ehemaligen Minister und Universitätsprofessor Josef Dobretsberger sowie Funktionäre des Auslandsapparats der KPÖ traf. Diese unterstützte er in der Folge finanziell und stellte in Zagreb seine Wohnung als Postadresse für parteiinterne Nachrichten und für Besprechungen zur Verfügung. Im Zuge der Verhaftungswelle gegen die führenden Funktionäre der KPÖ wurde auch Franz Öhler in Zagreb festgenommen und am 7. Juli 1943 vom Oberreichsanwalt beim Volksgerichtshof Berlin wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ angeklagt. Während seine Mitangeklagten vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 11. Jänner 1944 in Wien hingerichtet wurden, kam Franz Öhler – da gegen Juden keine Verfahren mehr geführt wurden – am 15. Jänner 1945 ins KZ Buchenwald. Dort starb Franz Öhler nach der Befreiung des Lagers am 4. Mai 1945.
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