Das Digitale Gedenkbuch der Stadt Graz

MEMOR ist ein digitales Denkmal, das sich der Dokumentation und Visualisierung der Grazer NS-Opfer widmet.

Adolf Stengl

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Biografie

Adolf Stengl: geboren 28.11.1885 in Badstübl (Bezirk Egger), gestorben 20.3.1944 in Marburg/Maribor. Adolf Stengl arbeitete jahrelang als Kellner in verschiedenen Hotels in der Schweiz, Frankreich und Österreich, ehe er 1924 nach Graz kam, wo er zuletzt im Hotel Elefant tätig war. Als nach dem „Anschluss“ die Wehrmacht im August 1938 das Hotel Elefant übernahm und in ihr die Dienststelle der Wehrersatz-Inspektion einrichtete, wurde Stengl mit niedrigerem Gehalt als Pförtner behalten. Stengl war ob dieser Schlechterstellung so erbost, dass er mehrere Protestbriefe unter falschem Namen an verschiedene NS-Einrichtungen schrieb. Nachdem die Nationalsozialisten am 9./10. November 1938 in Graz die Synagoge und die Zeremonienhalle in Brand gesteckt hatten, beschloss Stengl tags darauf die Welt davon zu unterrichten. Er schrieb erneut unter einem falschen Namen mehrere Briefe nach Paris, Moskau und London, in denen er über die Untaten der Nazi berichtete und bat, dies im Radio usw. kund zu tun. Die Briefe wurden von der deutschen Grenzüberwachungsstelle abgefangen und der Gestapo Graz übergeben. Diese ermittelte rasch, wer sich hinter dem Pseudonym verbarg und verhaftete Stengl bereits am 2. Dezember 1938. Der Volksgerichtshof Berlin verurteilte ihn am 2. April 1940 wegen „versuchtem Volksverrat“ zu sechs Jahren Haft, die er nicht überlebte. Er starb am 20. März 1944 im Zuchthaus in Marburg an der Drau.

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  • Name: Adolf Stengl (person description)
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