Othmar Zawodsky
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Biografie
Dr. Othmar Zawodsky: geboren 2.10.1884 in Lemberg, gestorben 23.2.1945 im KZ Dachau. Zawodsky war der Sohn des Feldmarschall-Leutnants Othmar Edler von Zawodsky (1843–1912) und schlug zunächst, wie sein Vater eine militärische Laufbahn ein, die er aber aufgab und Chemie und Rechtswissenschaften in Graz studierte. Er arbeitete zunächst als Chemiker an der Universität Graz, ehe er als Rechtsanwalt in Graz tätig wurde. Nach seinen Kriegserlebnissen im Ersten Weltkrieg wurde er ein engagierter Pazifist und war der erste Obmann der Grazer Ortsgruppe des „Bundes der Kriegsdienstgegner“. Nach der NS-Machtübernahme wurde er im Oktober 1938 aus der Rechtsanwaltskammer „wegen staatsfeindlichen Verhaltens“ ausgeschlossen. Als Grund wurde angegeben, er habe im Zuge des „Anschlusses“ die „Beflaggung des ihm gehörigen Hauses ablehnt und die Beteiligung an Sammlungen verweigert. Durch dieses Verhalten bestärkt Dr. Zawodsky die in Raach ansässigen Staatsfeinde in ihrem Verhalten und provoziert dadurch die ganze Bevölkerung. Ein derartiges Verhalten widerspricht den Pflichten jedes anständigen Volksgenossen. Es ist für einen deutschen Rechtswahrer völlig unmöglich.“ Er zog Anfang des Jahres 1939 von Graz-Raach in die Gartengasse und arbeitete als Hilfsarbeiter. Am 14. Oktober 1944 wurde er wegen seiner bekannten Gegnerschaft zum NS-Regime von der Gestapo verhaftet und am 18. Dezember ins KZ Dachau überstellt, wo er am 23. Februar 1945 umkam.
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