Franz Stradner
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Biografie
Franz Stradner: geboren 15.5.1907 in Graz, gestorben 1941 in Hartheim. Sein Vater, der Steinmetzgehilfe Franz Stradner, geboren am 26. September 1876 in Graz, hatte am 2. Februar 1902 die Köchin Antonia Robnik, geboren am 27. April 1877 in Maria Rast bei Marburg/Maribor, geheiratet. Sein Vater verstarb früh am 17. Mai 1911 an Tuberkulose. Antonia Stradner ernährte die kleine Familie und führte seit 1910 eine kleine Gemischtwarenhandlung mit angeschlossener Wohnung in der Arndtgasse 1. Franz Stradner wurde am 20. Jänner 1931 erstmals in die Pflegeanstalt der Barmherzigen Brüder in Kainbach bei Graz untergebracht, aber bereits am 7. Mai desselben Jahres wieder entlassen. Ein zweites Mal wurde er am 10. Juni 1932 in die Pflegeanstalt Kainbach aufgenommen. Die nächsten acht Jahre verblieb er in dieser Anstalt, bis er am 8. Juli 1940 in die Landes-Heil- und Pflegeanstalt für Geisteskranke „Am Feldhof“ mit der Aufnahmezahl 1385 überstellt und aufgenommen wurde. Zu Weihnachten 1940 wurd Franz Stradner „beurlaubt“ und durfte für eine Woche zu seiner Mutter in die Arndtgasse. Nach seiner Rückkehr in die „Pflegeanstalt“ wird Franz am 31. Jänner 1941 dem Erbgesundheitsgericht nach Antragstellung zur Unfruchtbarmachung vorgeführt. Franz Stradner wurde am 13. Februar 1941 in die Landesheilanstalt Niedernhart bei Linz deportiert und vermutlich nur wenige Tage später im Rahmen der NS-„Euthanasie“ („Aktion T4“) in der Tötungsanstalt Schloss Hartheim vergast und kremiert. Auf seinem Totenschein wurde der 3. März 1941 als fiktives Sterbedatum und „Lungenentzündung“ als fiktive Todesursache vermerkt. Seine Urne wurde am 4. April 1941 eingesegnet und auf dem St.-Peter-Friedhof beigesetzt.
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