Theodor Wippel
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Biografie
Theodor Wippel: geboren 6.3.1901 in Garz, gestorben 1941 in Hartheim. Er wurde als unehelicher Sohn der Schneiderin Rosa Wippel geboren und wuchs zunächst bei seiner Großmutter auf. Theodor Wippel studierte nach der Matura in Graz mehrere Semester Neuphilologie. Im Jahr 1925 unternahm er einen Selbstmordversuch und verbrachte einige Wochen in psychiatrischer Behandlung. Er verdiente seinen Lebensunterhalt als Privatlehrer in der Obersteiermark und in Deutschland, wo er Sprachunterricht gab. In dieser Zeit verbrachte er immer wieder einige Wochen in psychiatrischen Heilanstalten. Am 6. Februar 1930 wurde er mit der Aufnahmezahl 35030 erstmals in die Landes-Heil- und Pflegeanstalt für Geisteskranke „Am Feldhof“ eingewiesen und verbrachte anschließend ein knappes halbes Jahr in dieser Anstalt. In weiterer Folge wurde er 1937 zu vier Monaten und 1939 zu sechs Monaten Kerker wegen Vergehen nach § 129 („Unzucht wider die Natur mit Personen desselben Geschlechts“) verurteilt. Zwischen seinen Inhaftierungen wohnte er in der Mandellstraße 13 bei seiner Mutter. Am 4. Februar 1940 wurde er erneut in die Anstalt „Am Feldhof“ eingewiesen. Bis zu seiner „Verlegung“ in die Landesheilanstalt Niedernhart bei Linz am 12. Februar 1941 wurde er nicht mehr aus der Anstaltspflege entlassen. Noch am selben Tag bzw. wenige Tage nach seiner Überstellung wurde Theodor Wippel im Rahmen der NS-„Euthanasie“ („Aktion T4“) in der Tötungsanstalt Schloss Hartheim vergast und anschließend kremiert. Auf seinem Totenschein wurde der 10. März 1941 als fiktives Sterbedatum vermerkt. Seine Urne wurde am 8. April 1941 auf dem Grazer Zentralfriedhof in Grab 8B24 beigesetzt.
Verbundene DERLA-Zeichen:
