Karoline Zistler (Dr.)
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Biografie
Karoline Zistler, Dr.: geboren 31.7.1881 in Gran (Ungarn), gestorben 1941 in Hartheim. Ihr Vater, der spätere Senatspräsident des k. k. Verwaltungsgerichtshofes Dr. Gustav Zistler, hatte am 27. Mai 1879 Aloisia von Fedrigoni geheiratet. Karoline hatte mit Klementine Zistler noch eine ältere Schwester. Sie absolvierte das Mädchenlyzeum in Graz und legte im Sommer 1907 die Reifeprüfung ab. An der Grazer Universität studierte sie deutsche und englische Philologie. Im Juli 1913 schloss sie ihr Studium mit der Dissertation „Beziehung des mhd. Gedichtes: Die gute Frau zu den Epen Hartmann von Aue“ ab. Die Promotion folgte im Dezember 1914. Ihre Cousine Franziska Zistler brachte sie am 17. Oktober 1936 zum wiederholden Mal in die Landes-Heil- und Pflegeanstalt für Geisteskranke „Am Feldhof“, wo sie mit der Aufnahmezahl 40911 eingewiesen wurde. Zu diesem Zeitpunkt wohnte Karoline Zistler, die als „Landesoffizialin i. R.“ bezeichnet wurde in der Schumanngasse 3. Bis zu ihrer „Verlegung“ vom „Feldhof“ in die Landesheilanstalt Niedernhart bei Linz am 8. Februar 1941 wurde sie nicht mehr aus der Anstaltspflege entlassen. Noch am selben Tag bzw. wenige Tage nach ihrer Überstellung wurde Karoline Zistler im Rahmen der NS-„Euthanasie“ („Aktion T4“) in der Tötungsanstalt Schloss Hartheim vergast und anschließend kremiert. Auf ihrem Totenschein wurde der 19. März 1941 als fiktives Sterbedatum vermerkt.
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